Zum Inhalt springen

Der erste Schritt

Probearbeitstag statt Bewerbungsgespräch

Ein halber Tag im Betrieb zeigt beiden Seiten mehr als eine Mappe und vierzig Minuten Gespräch über Stärken und Schwächen. Deshalb sagt bei STARTKLAR Beruf jeder Betrieb vorher, was er als ersten Schritt anbietet – und viele setzen dazu: ohne Bewerbungsunterlagen.

Warum das freie Gespräch der schwächste Teil des Verfahrens ist

Das ist keine Meinung, sondern der am besten belegte Befund der Personalauswahl: Strukturierte, anforderungsbezogene Verfahren sagen den Berufserfolg deutlich besser vorher als das freie Gespräch. Im freien Gespräch entscheidet zu oft, wer sympathisch wirkt, wer denselben Verein kennt oder wer geübter darin ist, über sich zu reden – und nicht, wer die Arbeit gut macht.

Ein Probearbeitstag dreht das um. Statt über Arbeit zu sprechen, arbeitet man – und beide Seiten sehen dasselbe: Wie sieht der Alltag wirklich aus, wie geht das Team miteinander um, wie fühlt sich der Takt an. Danach reden Sie über etwas Gemeinsames statt über einen Lebenslauf.

Fünf mögliche erste Schritte

Der Betrieb wählt beim Eintragen aus, was er anbietet. Es steht dann im Steckbrief der Stelle – bevor jemand den Check macht.

Probearbeitstag

Ein Tag oder eine Schicht mit. Zeigt am meisten, kostet am meisten Zeit – und ist für viele der Grund, überhaupt anzufangen.

Betriebsbesichtigung

Eine Runde durch Werkstatt, Station oder Halle. Klein genug für einen Feierabend, ehrlich genug für eine Entscheidung.

Kennenlerngespräch vor Ort

Nicht im Besprechungsraum, sondern dort, wo gearbeitet wird. Wer den Arbeitsplatz sieht, fragt anders.

Dazu kommen Video-Call und kurzes Telefonat – für alle, die erst einmal nur zwanzig Minuten übrig haben.

Was der Abgleich vorher schon klärt

Ein Probearbeitstag kostet beide Seiten einen Tag. Damit der nicht an Selbstverständlichkeiten scheitert, steht vorher fest, was sonst erst hinterher herauskommt: Umfang und Arbeitszeiten, Schicht und Rufbereitschaft, die Gehaltsspanne, der Weg – und dreizehn Punkte dazu, wie dort gearbeitet wird. Wer dann noch kommt, kommt mit offenen Augen.

Dazu beantworten Berufstätige zwei Situationen aus dem Alltag genau dieses Betriebs, in eigenen Worten. Die werden nicht bewertet und nicht verrechnet – sie sind Gesprächsstoff für den ersten Schritt. Erfahrungsgemäß ist das der Teil, über den beim Probearbeiten zuerst geredet wird.

Zwei praktische Punkte

Bezahlung und Versicherung. Ob ein Probearbeitstag vergütet werden muss, hängt davon ab, ob dabei echte Arbeitsleistung erbracht wird oder ob es beim Zuschauen und Kennenlernen bleibt. Klären Sie das vorher mit Ihrer Berufsgenossenschaft und – wenn Sie einen Betriebsrat haben – mit ihm. Wir geben dazu keine Rechtsauskunft.

Verbindlichkeit. Ein erster Schritt, den man anbietet und dann nicht einhält, ist schlimmer als keiner. Deshalb können Betriebe im Steckbrief zusagen, sich innerhalb von fünf Werktagen zu melden. Das ist eine Zusage an Menschen, die sich gerade sichtbar gemacht haben.

Anfangen

Sagen Sie, was der erste Schritt ist.

Beim Eintragen Ihrer Stelle wählen Sie ihn aus – und ob dafür Unterlagen nötig sind. Beides steht danach in jedem Steckbrief, den Berufstätige vor dem Check sehen.

Weiterlesen